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Kunst und Kochen

 
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- He, das riecht aber gut hier, sagte sie. Sie beugte sich über den Tisch, um in den Topf zu gucken, und stieß einen Schrei aus.
- Donnerwetter... Das ist nicht wahr!!
- Was...?
- Also ehrlich, das ist ja ein Chili! Sag bloß nicht, du wolltest Dir ein Chili ganz allein reinziehen...
Ich holte zwei Bier aus dem Kühlschrank, während sie einen Finger in den Topf tunkte. Ich dachte an all die Stunden, die wir vor uns hatten, das war, als hätte ich eine Opiumkugel verschluckt.
- Herr im Himmel, das schmeckt ja großartig... Und du, du hast es gemacht, das find ich wunderbar, das ist einfach nicht zu fassen. Aber bei dieser Hitze, du bist verrückt...
- Ein Chili kann man ich bei jedem Wetter essen, selbst wenn einem der Schweiß auf den Teller tropft, ein Chili und ich, wir sind ein Herz und eine Seele.

                                                                                        Philippe Djian, Betty Blue 37,2° am Morgen

 

 

"Wir Deutschen, liebe Kitty, können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat", sagte Thomas Lieven zu dem schwarzharigen Mädchen mit den angenehmen Formen.
"Jawohl, gnädiger Herr" sagte Kitty. Sie sagte es ein wenig atemlos, denn sie war fürchterlich verliebt in ihren charmanten Arbeitgeber. Und mit verliebten Augen sah sie Thomas Lieven an, der bei ihr in der Küche stand.
"Salat richtig anzurichten ist eine fast schon verlorene Kunst", sagte Thomas Lieven. "In Mitteldeutschland wird er süß zubereitet und schmeckt wie verdorbener Kuchen, in Süddeutschland sauer wie Kaninchenfutter, und in Norddeutschland benutzen die Hausfrauen sogar Salatöl. O heiliger Lukullus! Türschlösser sollte man behandeln mit diesem Öl, aber nicht Salat!"

                                                                  Johannes Mario Simmel, Es muss nicht immer Kaviar sein

 

Flavia legte die Speisekarte weg.
"Sie werden es nicht genießen.
"Sehr wahrscheinlich nicht, doch das erspart weder mir, in regelmäßigen Abständen Nahrung zu mir zu nehmen, noch anderen, für mich zu kochen, mir etwas zu servieren oder es für mich zu bestellen." Sie goss Flavia nach. "Wählen Sie doch ein Gericht für jemanden, der sich nicht für Essen interessiert. Das passiert Ihnen gewiss nicht zum letzten Mal, meine Liebe."

                                                                                          Sybille Bedford, Ein trügerischer Sommer

 

 
 
 

 

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